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„Unsere Opfer zählen nicht“: Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg


„Unsere Opfer zählen nicht“: Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg

Ein vergessenes Kapitel der Geschichte und seine Bedeutung für die entwicklungspolitische Arbeit in der Gegenwart

12.07.2013

12 bis 13.30 Uhr Führung durch die Ausstellung „Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg“

14 bis 17 Uhr Seminar: Die Bedeutung des Themas soll in dem Seminar an Hand von – für die Ausstellung erstellten - Video­protokollen diskutiert werden, in denen MigrantInnen beschreiben, welche Auswirkungen der Zweite Weltkrieg in ihren Familien und Herkunftsländern hatte.

Seminarleitung: Karl Rössel, Autor, Recherche International e.V., Köln

Kosten für Führung und Seminar: 15 €; es ist möglich, eine Kostenerstattung zu erhalten

Ansprechpartnerinnen: Lena Seehausen, lena.seehausen@artefact.de und Nicole Gifhorn, nicole.gifhorn@bei-sh.org

Ort: artefact gGmbH, Bremsbergallee 35, 24960 Glücksburg

Weiterlesen unter http://www.3www2.de

Zum Seminar:
Millionen Soldaten aus Afrika, Asien und Ozeanien haben im Zweiten Weltkrieg gekämpft, um die Welt vom deutschen und italienischen Faschismus sowie vom japanischen Grossmachtwahn zu befreien. Allein Indien stellte 2,5 Millionen Kolonialsoldaten und China hatte mehr Opfer zu beklagen als Deutschland, Italien und Japan zusammen. Sowohl die faschistischen Achsenmächte als auch die Alliierten rekrutierten in ihren Kolonien Hilfstruppen und Hilfsarbeiter oftmals mit Gewalt. Japanische Militärs verschleppten zudem Hunderttausende Frauen aus Asien in ihre Frontbordelle. Rekruten aus den Kolonien, ob Freiwillige oder Zwangsverpflichtete, mussten sich mit weniger Sold, schlechteren Unterkünften und geringeren Kriegsrenten als ihre «weissen Kameraden» zufrieden geben.
In der Dritten Welt gab es allerdings nicht nur Opfer, sondern auch Kollaborateure der faschistischen Achsenmächte, die im Krieg an deren Seite kämpften – von Nordafrika über Palästina, den Irak und Indien bis nach Indonesien.
Das Buch „Unsere Opfer zählen nicht“ - die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg (Hrsg. Rheinisches JournalistInnenbüro / Recherche International e.V., Hamburg/Berlin 2005) erinnert an dieses vergessene Kapitel der Geschichte. Es entstand auf der Grundlage langjähriger Recherchen und zahlreicher Interviews mit Veteranen, ZeitzeugInnen und HistorikerInnen in 30 Ländern und gibt erstmals einen Überblick über die weitreichenden Folgen des Zweiten Weltkriegs in der Dritten Welt, die vielerorts bis heute nachwirken.
2008 sind zudem erstmals Unterrichtsmaterialien dazu erschienen, mit Originaltönen von ZeitzeugInnen auf einer beiliegenden CD. 2012 folgte eine zweite korrigierte und erweiterte Auflage dieser Materialien.
Am 1. September 2009 erlebte schließlich eine Ausstellung zum Thema in Berlin ihre Premiere, die seitdem in zahlreichen Städten hierzulande und in der Schweiz zu sehen war und von der es auch kleinere, flexibel einsetzbare Versionen für Schulen und andere Interessierte gibt.

Karl Rössel arbeitete von 1983 bis 2011 im Rheinischen JournalistInnenbüro in Köln als Autor für Hörfunk und Printmedien zu internationalistischen Themen und ist Mitbegründer des Vereins Recherche International e.V. sowie Kurator der Ausstellung „Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg“.
Buchveröffentlichungen u.a. über die Geschichte der Dritte Welt-Bewegung in der Bundesrepublik, den vergessenen Krieg in der Westsahara, den Missbrauch deutscher Entwicklungshilfe zur Aufstandsbekämpfung auf den Philippinen und die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg.

 

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