artefact gGmbH Glücksburg (Ostsee)
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Aus der Presse 2017

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23.11.2017 | Angelner Nachrichten

BobenOp informiert zu Elektromobilität

Hürup (pm) - Ob Jamaika oder nicht - Elektromobilität wird in den nächsten Jahren auch in Deutschland boomen, nachdem Volkswagen und andere Fahrzeughersteller massive Investitionen beschlossen haben. Damit dann nicht die Ladeinfrastruktur zum Problem wird, sollten Kommunen, Parkplatzbetreiber, Discounter, Restaurants und andere aber schon jetzt für ihre Kunden und Mitarbeiter in die erforderliche Infrastruktur investieren.

Das Zentrum für nachhaltige Entwicklung, artefact in Glücksburg, führte dazu eine Studie an der Flensburger Förde und in Angeln durch, um Kriterien für Standortwahl und Empfehlungen für Betreibersysteme zusammenzustellen. Der gerade fertiggestellte Handlungsleitfaden wird am 30. November 2017 beim Energiewende-Stammtisch der Initiative Boben Op in Hürup erstmals vorgestellt.

Werner Kiwitt führt in die mit Unterstützung der EKSH erarbeitete Brochüre ein und steht dann gemeinsam mit anderen Pionieren der Elektromobilität für Fragen und Ideenaustausch zur Verfügung. Die Veranstaltung beginnt im Dörpshus Hürup um 19 Uhr 30, ist kostenlos und offen für alle Interessierten.

Weitere Infos finden sich im Anhang und unter www.bobenop.de.

 

01.09.2017 | Flensburger Tageblatt

Klimaschutz statt Strandurlaub

Jugendliche Freiwillige aus sieben Nationen engagieren sich bei Artefact und versehen das Klimahaus mit einem Gründach.

Vor dem Sonnenkollektor, der das Wasser erwärmt: Alejandro Yahuaca (v.l.), Laura Danzglock, David Konecny und Yassin El-Gebali. Foto: vdlAus Peking an die Ostsee: Statt zum Strandurlaub sind Freiwillige aus sieben Ländern nach Glücksburg gekommen, um im Artefact-Powerpark Gründächer anzulegen und sich über Klimaschutz auszutauschen.

Laura aus Kolumbien und Wang aus China diskutieren mit Xoan aus Galizien und Pijush aus Indien, wie der schwere Lehmboden am kräftesparendsten auf das Dach des neuen Geoklimahauses im Powerpark transportiert werden kann. Derweil organisieren Aimone aus Italien und Tam aus Malaysia den Einkauf, da sie an diesem Tag Küchendienst haben. Jingwen aus Peking und Janica aus dem Schwarzwald streichen derweil einige Stationen im Energieerlebnispark an. Auf Englisch und sonst mit Händen und Füßen läuft die interkulturelle Kommunikation.

Neben fünf bis sechs Stunden Arbeit bleibt den Teilnehmern noch Zeit für Strand und „study-part“, bei dem jeder Teilnehmer sich und sein Land vorstellt, darunter auch Umweltthemen und die teilweise schon gravierenden Auswirkungen des Klimawandels und der Luftverschmutzung auf die Lebensbedingungen. Denn das Thema Klimaschutz und konkrete Handlungsmöglichkeiten gaben die meisten als Grund an, gerade bei diesem Workcamp mitzumachen.

„Hier will ich mehr Praxiserfahrung über erneuerbare Energien sammeln. Deutschland und vor allem der Norden ist da schon viel weiter als Italien“, stellt Aimone fest, der wie einige andere Teilnehmer überlegt, nach dem Studium im Bereich Umwelttechnik oder Ähnlichem zu arbeiten. Die fast 30 Jahre Pionierarbeit des Zentrums für nachhaltige Entwicklung sind ein Fundus, den auch andere Initiativen nutzen können.

Die freiwilligen Helfer wollen nun noch den ersten Abschnitt des neuen Geoklimahauses mit einem Gründach versehen und einen großen Wasser-Hochspeicher fertigstellen, der simulieren soll, wie schleswig-holsteinischer Wind in Wasserkraft umgewandelt werden kann. Denn auch das ist eine Botschaft des Camps: „Internationale Probleme lassen sich am besten auch international lösen.“

 

30.07.2017 | Flensburger Tageblatt

Arbeiten für den Frieden

Kooperation wird groß geschrieben: In einem Camp bei Artefact in Glücksburg lernen sich junge Leute aus acht Nationen kennen.

Vor dem Sonnenkollektor, der das Wasser erwärmt: Alejandro Yahuaca (v.l.), Laura Danzglock, David Konecny und Yassin El-Gebali. Foto: vdl„Elf junge Leute im Alter von 17 bis 28 Jahren aus acht verschiedenen Ländern nehmen an einem zweiwöchigen Workcamp auf dem Gelände von Artefact in Glücksburg teil. Unter dem Dach des „Service Civil International“ (siehe Infokasten) bauten und reparierten sie Informationstafeln im Energie-Erlebnispark, beteiligten sich an der Errichtung eines neuen Informationspavillons, befestigten einen Wasserspeicher und pflegten das Gelände.

Die Leitung des Camps lag in Händen von Laura Danzglock, 19, aus Bremen. Nach dem Abitur war sie im Freiwilligendienst in Ghana und in mehreren europäischen Ländern tätig. Demnächst möchte sie in Lüneburg ein Studium der Umweltwissenschaften beginnen. In diesem Punkt ist Julia Arias Iniesta, 20, aus Madrid schon weiter. Sie studiert dort Krankenpflege, in Spanien ein akademischer Ausbildungsgang. Ihre Zwillingsschwester hatte vor zwei Jahren an einem Workcamp teilgenommen und ihr Interesse geweckt. Beide jungen Frauen sind sich einig: „Für uns sind handwerkliche Arbeit und der Umgang mit Handwerkszeug eine ganz neue Erfahrung.“

Die haben Alejandro Yahuaca aus Mexiko, David Konecny aus der Tschechei und Yassin El-Gebali aus Ägypten schon hinter sich. Als Studenten verschiedener Ingenieurwissenschaften absolvierten sie bereits einige Praktika.

Die Gruppe wohnte unter einfachsten Umständen in einem großen Zelt. Das Wasser zum Waschen und Duschen wurde durch einen Sonnenkollektor erwärmt. Das Zubereiten der Mahlzeiten erfolgte gemeinsam in einer provisorischen Küche – nach wechselnden heimatlichen Rezepten und zumeist vegetarisch. Im Studienteil des Camps ging es um Klimawandel und Nutzung erneuerbarer Energien.

Zu diesem Thema gehörte der bei Artefact gerade neuerrichtete „Energiewürfel“ aus Holz mit einer Kantenlänge von sechs Metern. Die Camp-Mitglieder sorgten für einen Anstrich in der Farbe der Sonne. Sein Rauminhalt steht, wie Artefact-Chef Werner Kiwitt erläuterte, für die Gesamtheit der die Erde treffenden Sonnenenergie. Ganz kleine Würfel, demnächst im Inneren aufgebaut, stellen dann unter anderem deren nutzbaren Anteil oder die Menge der jährlich nachwachsenden Biomasse dar.

Bei einem weiteren Projekt wurde viel Erde bewegt, um zwei unterschiedlich hoch liegende Wasserspeicher zu sanieren. Sie dienen dazu, das Prinzip eines Pumpspeicherwerks zu erläutern. Bei hohen Strompreisen erzeugt eine Turbine durch Nutzung des Gefälles Elektriziät, bei niedrigen Strompreisen wird das Wasser in den Hochspeicher gepumpt. Als Alternative steht eine kleine Windkraftanlage zur Verfügung.

Mit Spielen zur Förderung der Gruppendynamik waren die Teilnehmer schnell zu einem Team zusammengewachsen. Alle brachten besondere Kenntnisse ein, zum Beispiel in Erster Hilfe, die sie an die anderen weitergaben. Laura Danzglock zog zum Schluss für sich ein positives Fazit: „Wenn erforderlich, kann ich jetzt jedenfalls meine Studentenbude selbst anstreichen.“

 

 

10.05.2017 | Flensburger Tageblatt

Energiewissenschaften: Solarautos statt Excel-Tabellen

21 Erstsemester mit überraschenden Erkenntnissen beim Wochenendseminar im Glücksburger Artefact-Zentrum.

Bei artefact: Präsentation der Lichtflitzer durch die EWI-Erstis. Foto: sh:z„Das macht mehr Spaß als BWL zu pauken“ – darin waren sich die 21 Erstsemester einig, die ein Wochenendseminar im Glücksburger Artefact-Zentrum verbracht haben. Statt Excel-Tabellen zu Börsenstrom-Preisen standen konkrete Projektberichte und Firmenporträts, zum Teil von ehemaligen Studenten, an, ein Praxis-Workshop im Solarauto-Bau und der Austausch mit acht Studenten höherer Semester des Studiengangs Energiewissenschaften (EWI), die das Wochenendprogramm zum wiederholten Mal organisiert hatten.

Als die Studiengänge Energie- und Umweltmanagement, Regenerative Energietechnik und Elektrotechnik noch parallel an der damaligen Fachhochschule Flensburg existierten, war aufgefallen, dass besonders in den eher theorielastigen Grundsemestern die Abbrecherquote hoch war.

Aus der Fachschaft kam die Idee, dass ehemalige Studenten ihre Erfahrungen mit Studieninhalten aus dem Blickwinkel ihrer Berufspraxis einbringen. Der Förderverein ehemaliger FH-Studenten konnte ebenso zur Unterstützung gewonnen werden wie das Zentrum für nachhaltige Entwicklung Artefact als Veranstaltungsort. Die Idee kam so gut an, dass nun alljährlich frühere Erstsemester selbst als Teamer das Programm oder das Küchenmanagement planen.

Schon gesetzt im Programmablauf ist dabei stets eine Führung durch das Artefact-Zentrum, das selbst vor 30 Jahren aus der Initiative von Dozenten und Studenten der damaligen Pädagogischen Hochschule Flensburg heraus entstand und nach wie vor von vielen Studiengängen für Praktika und Exkursionen genutzt wird.

Welche beruflichen Perspektiven sich den zukünftigen Energiewissenschaftlern bieten, zeigen die Vorträge, die an den beiden Tagen gehalten werden. Die referierenden Projektmanager von Stadtwerken oder Windkraftfirmen sind in vielen Fällen ehemalige Studenten, die aus der Praxis berichten.

Diesmal brachten die Firmen WKN, GP JOULE und Bilfinger ihr Wissen und auch einen Zuschuss zur Finanzierung der Veranstaltung ein.

Ein weiteres Highlight des Wochenendes war wie schon früher ein Workshop zum Bau kleiner Solarautos. „Auch für uns ist dieser Workshop immer wieder ein Motivationsschub, sehen wir doch, dass Engagement ansteckend sein kann und dass diejenigen, die sich hier einbringen, auch anderweitig Erfolg haben“, freute sich Werner Kiwitt von Artefact. Er war vor 25 Jahren selbst über das Studium angepasster ländlicher Technologien an der damaligen PH nach Flensburg gekommen.

 

 

02.05.2017 | Flensburger Tageblatt

E-Mobilität kommt auf Touren

Veranstalter melden Teilnehmerrekord und gute Laune bei der 6. Tour de Flens.

Zwischenstop an der Enerparc-PhotovoltaikanlageMit 50 Elektro-Autos und Motorrädern aus Deutschland, Dänemark und der Schweiz und mehr als achtzig Passagieren wurde bei der Tour de Flens 2017 nicht nur quantitativ ein neuer Teilnahmerekord erreicht, auch die Palette der Fahrzeuge und Mitwirkenden war einzigartig. Im elektrischen Serien-BMW war Mitfahren ebenso erwünscht wie in selbst umgerüsteten Golf, Porsche 911 und fünfzehn weiteren Fahrzeug-Typen. Trotzdem mussten aufgrund deutlich erhöhter Akku-Kapazitäten weniger Fahrzeuge beim Start in Sonderburg und bei der Ankunft in Glücksburg geladen werden als noch vor einigen Jahren. „Wir brauchen eine Energiewende auch im Verkehrsbereich, und hier sehen wir, dass sie technisch möglich ist, wenn wir wollen“, waren sich der Geschäftsführer von Project Zero Sonderburg, Peter Rathje, und Schleswig-Holsteins Energiewendeminister Robert Habeck bei ihren Grußworten einig.

Begrüßt wurde das Teilnehmerfeld bei Sonderburg Forsyning, den Sonderburger Versorgungsbetrieben, zudem von den kommunalen Spitzen aller beteiligten Städte: Sonderburgs Bürgermeister Erik Lauritzen, Flensburgs Oberbürgermeisterin Simone Lange und die Bürgervorsteherin Dagmar Jonas aus Glücksburg freuten sich gemeinsam über das Grenzen überwindende Event, das zu einem fruchtbaren Wettbewerb der Ideen geworden ist, wie Werner Kiwitt, Geschäftsführer der Artefact gGmbH für globales Lernen und lokales Handeln und Initiator der Tour de Flens, betonte: „Der Austausch untereinander soll zu besser abgestimmten Initiativen etwa bei Ladesäulen beitragen, aber auch zu besserer Akzeptanz und Bürgerbeteiligung.“ So luden Dorpsmobil-Gründer aus Klixbüll und Sprakebüll ebenso zur Mitfahrt ein wie Ferienhausbetreiber aus Gelting und Nordstrand, die erfolgreich E-Fahrzeuge an Urlaubsgäste vermieten.

Blick über die Förde bei bestem Sonnenwetter: Tour-Stopp auf der Glücksburger Promenade in Sandwig.Der mit bunten Wimpeln ausgestattete Fahrzeug-Konvoi von mehreren hundert Metern sorgte bei der Fahrt durch die Innenstädte ebenso für Aufsehen wie an den Zwischenstopps wie der Dübbeler Windmühle und bei Annie und Fjordperle in Sonderhav, wo ein lukullischer Hotdog-Vergleich anstand. Beim nächsten Stopp in Pattburg erfuhren die Teilnehmer von Bjarne Hermansen, wie die dortige Wärmegenossenschaft seit einem Jahr ein Solarkollektorfeld von der Größe dreier Fußballfelder betreibt, um hunderte Haushalte im Sommerhalbjahr mit Warmwasser zu versorgen.

Am Citti-Park Flensburg wurde der Konvoi bereits beim E-Mobilitätsmarkt von Henning Brüggemann, dem Flensburger Klimapakt-Vorsitzenden, und von der Bundestagsabgeordneten Sabine Sütterlin-Waack erwartet. Drei Tage lang stellten dort Autohäuser neueste E-Fahrzeuge aus und luden zu Probefahrten ein.

Die nächste Etappe führte bei bestem Frühlingswetter zur Glücksburger Promenade in Sandwig. Das Strandhotel hatte dort zwei Ladesäulen für Tesla und andere E-Fahrzeuge in Betrieb genommen, was nicht nur Felix Callsen-Bracker von „gp joule“ in einem von fünf mitfahrenden Teslas erfreute, sondern auch Schleswig-Holsteins Finanzministerin Monika Heinold, die kurz auf die Förderprogramme des Landes und des Bundes zu öffentlichen Ladesäulen einging.

Der nächste Zwischenstopp war auch für Insider Neuland: Ralf Naumann von „Enerparc“ stellte den Teilnehmern die große Photovoltaik-Anlage vor, die seit 2016 auf einem ehemaligen Deponie-Standort hinter dem städtischen Bauhof der Ostseestadt in Betrieb ist. Abschließend konnte Werner Kiwitt zusammen mit Jan Obernauer aus Ladelund eine weitere Ladesäule auf dem Artefact-Gelände einweihen, die mit 22 KW und Typ- 2-Stecker eine willkommene Ergänzung zu der ersten Ladesäule ist, die bereits vor zehn Jahren für die Übernachtungs- und Tagesgäste installiert wurde. In diesem Sommer steht den Artefact-Gästen auch erstmals ein elektrisches Leihfahrzeug zur Verfügung.

Mit „Skol“ und „Prost“ wurde der fachliche Austausch beim Aftertour-Flens am Grill und mit musikalischer Begleitung des Liedermachers Richardt Nielsen fortgesetzt, bis mit aufgeladenen Akkus der Heimweg angetreten werden konnte. Erfahrene und Erstmals-E-Fahrer waren sich einig, dass die Elektromobilität kurz vor dem Durchbruch steht. Ideen und Ziele für die nächste Tour werden schon gesammelt.

 

11.01.2017 | Flensburger Tageblatt

Afrikaner nehmen Abschied von Deutschland

Zehn Freiwillige des Programms „weltwärts“ haben ein Jahr in Schleswig-Holstein verbracht.

Die Stimmung zum Abschied war gelöst. Unter der Holzkuppel des Großraums von „artefact“, Veranstaltungsort ökologischer Projekte, wurde der einjährige Aufenthalt von zehn afrikanischen Freiwilligen in Schleswig-Holstein feierlich beendet. Das Programm, an dem sie teilgenommen hatten, heißt „weltwärts“ und wird von der Bundesregierung gesponsert. Es gibt jungen Menschen, die am Anfang ihres Berufslebens stehen, die Möglichkeit weitreichende „globale“ Erfahrungen zu machen. „artefact“ übernimmt die Koordination für Schleswig-Holstein und zwar in beide Richtungen: für Deutsche, die nach Afrika gehen und für Lockeres Beisammensein an deutsch-afrikanischer Kaffeetafel: (v. l.) Najjiba Katesi, Jutta Petersen-Böhm, („artefact“), Joyce Nabirye, Silke Hansen (evangelische Kita Kronshagen), Diana Nabwami. (Foto: Ch)Afrikaner, die nach Deutschland kommen. Pro Jahr gibt es insgesamt 50 Teilnehmer, sagte Koordinator Frank Lüschow. 17 neue Teilnehmer aus Afrika kommen bereits im Februar nach Schleswig-Holstein.

Vor den zahlreichen Präsentationen über den zurückliegenden Aufenthalt gab es deutschen Kaffee und afrikanischen Tee, der nach viel warmer Milch schmeckte. Einige Freiwillige waren in Begleitung ihrer deutschen Arbeitskollegen gekommen, Mitarbeiter von Kindergärten, Behindertenwohnheimen, Migrationsbüros. Jeder „Volunteer“ erhielt eine Urkunde.

Den Anfang empfanden alle als hart. Die fremde Kultur, die Kälte und die Verständigungsprobleme – „ohne die Gruppe würden sie eingehen“, fasst es Lüschow zusammen. Najjiba Katesi (28) musste zusätzlich damit klarkommen, dass sie ihre große Liebe in Uganda zurückließ. Jean de la Paix Murinaa (28) lebte in einem Haushalt mit sechs Katzen. In seiner Heimat Ruanda leben Katzen auf der Straße, hier saßen sie auf seinem Bett. Trotz einjährigem Aufenthalt in Deutschland bevorzugten alle Afrikaner die englische Sprache für ihre Präsentationen. An den Tischen war aber auch fließend deutsch zu hören.

Trotz der Anfangsschwierigkeiten haben alle schöne Erfahrungen gemacht: Mramba Kiwelu schwärmt vom Reggae-Festival in Köln, Najjiba Katesi von ihrer Hamburger Hafen-Rundfahrt. Solomon Njau hat deutsches Imkerhandwerk auf einem Jugendbauernhof in Kiel erlernt und möchte es zu Hause in Tansania einführen. „Schutzkleidung statt Räuchern. Das ist für die Bienen schonender.“ Najjiba ist angetan von dem Behinderten-Wohnheim in Oldenburg/Holstein, in dem sie gearbeitet hat. Eine gute Sache, findet sie so ein Heim. Etwas, das es in ihrer Heimat nicht gibt. Behinderte leben dort in ihren Familien, was oft eine große Belastung sei. „Es gibt sicherlich manches, was man an einer fremden Kultur gut findet. Die Frage, die man sich stellen muss: Passt es auch in mein Land?“, regte Bürgervorsteherin Dagmar Jonas an. Sie war als Repräsentantin der Stadt gekommen, um zu betonen, dass man in Glücksburg froh sei, „dass es artefact gibt“.

Werner Kiwitt von „artefact“ bedauerte, dass an dem Projekt keine Firmen teilnehmen dürfen. „Einige afrikanische Freiwillige wären an einer Beschäftigung im Bereich der Solarenergie oder am Reetdach-Bau interessiert.“ Aber die teilnehmenden Arbeitgeber müssten nun einmal einen gemeinnützigen Träger haben. Das sei Bedingung.

Bei „artefact“ stehen erhebliche Baumaßnahmen an, verriet Kiwitt. Das Hauptgebäude von 1993/94 brauche eine Dachsanierung, möglichst mit Solar. Auch das 1995 eröffnete Gästehaus bedürfe „in puncto energetische Modernisierung erheblicher Maßnahmen“. Diese wolle man vorbildlich angehen: „Auch in Zeiten weiterentwickelter Vorschriften wollen wir uns als Pionier zeigen.“